WÜRZBURG
Herz für mehrfach behinderte Kinder
Abschied von Rektor Eberhard Fuchs - „Ich habe meine Freiheiten genutzt“Am diesem Donnerstag, 21. Juli, wird Eberhard Fuchs verabschiedet, der 18 Jahre lang als Rektor die Geschicke der Graf-zu-Bentheim-Schule für Sehgeschädigte lenkte und seit 2004 Leiter des Kinder- und Jugendbereichs der Blindeninstitutsstiftung war. Wegen seiner vielen internationalen Kontakte nehmen an der Feier Fachleute aus 20 Nationen teil.
„Entwicklung geschieht immer nur durch unterschiedliche Meinungen“, erklärte der 64-Jährige im Gespräch mit dieser Zeitung. Deshalb hat er sich immer zu Wort gemeldet und kritisch Stellung bezogen, „nicht immer zur Freude des Kultusministeriums und der Stiftungsleitung“. „Die Blindeninstitutsstiftung gab mir immer die Möglichkeiten zur Umsetzung von Projekten“, lobte er. „Ich glaube, ich habe meine Freiheiten genutzt“, zog er eine positive Bilanz.
Zu den Bahn brechendsten Maßnahmen gehört zweifelsohne der Aufbau des Mobiler Dienst gemeinsam mit Dr. Wolfgang Drave im Jahr 1978. „Wir waren eine der ersten Schulen in Deutschland, die so etwas anboten.“ Ohne Erlaubnis des Ministeriums wurde mit der integrativen Betreuung von zwei Schülern mit Sehbehinderung an Regel-Hauptschulen begonnen. „Es gab sogar internen Widerstand“, denn einige vertraten die Ansicht, damit die Graf-zu-Bentheim-Schule kaputt zu machen.
Heute kümmert sich der Mobile Dienst um 252 sehgeschädigte Kinder und Jugendliche an anderen Förder- sowie Regelschulen. Zum Vergleich: Die Graf-zu-Bentheim-Schule besuchen zurzeit 280 Kinder und Jugendliche zwischen drei und 21 Jahren, 40 von ihnen sind nicht behindert.
„Wir haben nämlich seit 2001 eine ?offene Schule? (Grund- und Hauptschule), in der nicht- behinderte Schüler den Qualifizierenden Abschluss erreichen können“, erklärte Fuchs. Nach seinen Worten hat die offene Schule einen „riesigen Erfolg“ und bedeutet für ihn wirkliche Inklusion, wie sie die UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht.
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