Verbände fordern mehr inklusive Bildung für behinderte Schüler
Hannover (epd). Behinderten- und Sozialverbände haben die niedersächsische Landesregierung aufgefordert, Schritte für eine "inklusive Bildung" einzuleiten. Behinderte und nichtbehinderte Schülerinnen und Schüler müssten verstärkt gemeinsam unterrichtet werden, sagte der Präsident des Sozialverbandes Deutschland, Adolf Bauer, am Mittwoch in Hannover. Obwohl sich die Bundesregierung und die Länder bereits vor zwei Jahren verpflichtet hätten, die UN-Konvention für die Behindertenrechte umzusetzen, sei die schwarz-gelbe Landesregierung untätig: "Niedersachsen ist ein trauriges Schlusslicht."
SPD und Grüne unterstützten den Vorstoß der Verbände. Das Kultusministerium und die FDP wiesen die Vorwürfe dagegen zurück. In Hannover tagt an diesem Donnerstag und Freitag die Kultusministerkonferenz.
Laut Bauer werden landesweit nur rund fünf Prozent der behinderten Kinder und Jugendlichen an Regelschulen unterrichtet. Die übrigen würden in Förderschulen ausgesondert und müssten später wieder mühsam integriert werden. Bundesweit liege der Durchschnitt bei 18 Prozent. "Mit jeder Verzögerung der Politiker verzögern sich die Lebenschancen der Menschen mit Behinderung", kritisierte der Verbandspräsident. Sonderschulen böten keine Abschlüsse, die zu einer beruflichen Qualifikation berechtigten.
Evangelischer Pressedienst (epd) - Landesdienst Niedersachsen-Bremen
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