Bedenkliche Trends bei Arzneimitteln?
Demenzkranke: Hospiz Stiftung spricht von »Skandal«
Menschen mit Demenzerkrankung bekommen laut neuesten Untersuchungen zu oft starke Beruhigungsmittel - verschrieben von Ärzten. Foto: UK-Archiv
Jeder dritte Demenzkranke erhält vom Arzt regelmäßig starke Beruhigungsmittel - trotz erhöhtem Sterblichkeitsrisiko. Das sind einige der Ergebnisse des Arzneimittelreports 2011 der Barmer GEK, der in Berlin vorgestellt wurde. Der Geschäftsführer der Deutschen Hospiz Stiftung, Eugen Brysch, reagierte mit Empörung auf die veröffentlichten Zahlen.
Demenzkranke mit risikobehafteten Medikamenten ruhigzustellen, sei ein Skandal.
Dem Bericht zufolge erhalten an Demenz erkrankte Personen sechsmal häufiger Beruhigungsmittel als Patienten ohne Demenz. Zugleich sei das Sterblichkeitsrisiko von Demenzkranken nach der Einnahme von Beruhigungsmitteln 1,6- bis 1,7-fach größer als bei der Vergleichsgruppe, sagte Gerd Glaeske, Gesundheitsexperte und Autor der Studie.
Eugen Brysch sieht in den Ergebnissen des Arzneimittelreports Anzeichen für eine »eklatante Fehlversorgung demenziell erkrankter Menschen.«
»Ruhigstellen, satt und sauber ist keine Lösung«, sagte der Geschäftsführer der Deutschen Hospiz Stiftung in Berlin. Stattdessen würden dadurch die Symptome verschärft und die Sterblichkeitsrate erhöht.
»Das ist kein Konzept für würdiges Pflegen, sondern ein Skandal«, empörte sich Brysch.
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