Weingarten Nachrichten
These: „KBZO ist eine Sonderwelt“
Bildungssystem ist der Inklusion nicht gewachsen, sagen Experten
Nicht weit genug, um die von den Vereinten Nationen vorgeschriebenen Ziele der Inklusion umzusetzen. Die besagen, dass nicht-behinderte und behinderte Schüler gemeinsam eine Schulbank drücken, gemeinsam Lernen und individuell gefördert werden. Eine Schule für alle Kinder. Die Schwäbische Zeitung berichtete kürzlich über einen Jungen, der früher auf eine Schule des Körperbehinderten-Zentrum-Oberschwaben (KBZO) ging, wo man ihm maximal einen Hauptschulabschluss zutraute. Der schlechten Prognose wegen siedelte die Familie nach Schweden um, dort besucht der Sohn bald ein Gymnasium und strebt ein Hochschulstudium an. Der Fall hat eine Diskussion angestoßen, hinter der auch die Frage steht: Grenzen Förderschulen ihre Schüler von einem gesellschaftlichen Leben, wie andere führen, aus, verbauen sie ihnen ungewollt Entwicklungschancen?Dr. Hans-Peter Brüll hat diese Diskussion schon oft geführt, zum einen als betroffener Vater, zum anderen beruflich, denn er forscht an der Pädagogischen Hochschule Weingarten über das Thema Inklusion und ist zudem Vorsitzender des Vereins Lernen & Fördern, der die Interessen lernbehinderter Kinder vertritt: „Natürlich müssen wir dorthin, wo Länder wie Schweden schon lange sind“, sagt der Experte. „Aber bis dahin muss sich noch viel tun.“
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