2011-06-16

Aktionsplan für bessere Integration: Von der Leyen blitzt bei Behinderten ab - taz.de

Aktionsplan für bessere Integration

Von der Leyen blitzt bei Behinderten ab

Die Sozialministerin will Behinderte künftig stärker in die Gesellschaft holen. Konkreter wird sie nicht. Behindertenverbände halten den Plan für mutlos. VON MARTIN RANK

Gebärdensprache: Von der Leyen versucht alles, um ihren Aktionsplan zu verkaufen. Foto: dpa
BERLIN taz | Es klingt wie eine kleine Revolution: Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat am Mittwoch einen nationalen Aktionsplan ins Leben gerufen, der unsere Gesellschaft verändern soll. "Wir wollen uns auf den Weg in die inklusive Gesellschaft machen", kündigte sie an. Der Alltag soll künftig so organisiert werden, dass die 9,6 Millionen Menschen mit Behinderungen "selbstverständlich mittendrin und dabei sind".
Sie sollen also ein selbstbestimmtes Leben führen können - so wie es die UN-Behindertenrechtskonvention vorsieht, die Deutschland im Februar 2009 unterzeichnet hat. Um ihre Glaubwürdigkeit zu unterstreichen, hatte von der Leyen auf der Pressekonferenz eine Gebärdendolmetscherin dabei und übte sich zur Begrüßung auch selbst in Gebärdensprache.
Doch draußen vor der Tür standen zwei Personen, die von diesem Plan nicht überzeugt waren. Es handelte sich um Rollstuhlfahrer. Sie und die meisten Behindertenverbände halten das Vorhaben für mutlos, für Aktionismus.

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