2011-06-03

Grüße von Ungewollten an die Giordano-Bruno-Stiftung - ISL e.V.

Grüße von Ungewollten an die Giordano-Bruno-Stiftung

Aktualisiert (Mittwoch, den 01. Juni 2011 um 13:59 Uhr) Montag, den 30. Mai 2011 um 10:25 Uhr
Porträt von Barbara Vieweg (c) ISL e.V. Die Ankündigung der Giordano-Bruno-Stiftung, am 3. Juni in Frankfurt Peter Singer wegen seines Eintretens um die Grundrechte für Menschenaffen mit einem Ethikpreis zu ehren, hat scharfe Kritik bei Behindertenverbänden ausgelöst. Für eine Protestaktion hat die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) Statements von Menschen gesucht, die nach Singers Ethik heute nicht gewollt und wahrscheinlich auch nicht am Leben wären, damit dies veröffentlicht und der Stiftung zugesandt werden kann.
"Wir haben uns überlegt, der Stiftung 'Grüße der Ungewollten' zu schicken. Angesichts der Philosophie von Peter Singer und im Lichte der Diskussion um die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist unseres Erachtens ein solches Zeichen wichtig", erklärten Dr. Sigrid Arnade und Barbara Vieweg von der ISL. "

Die Bilder und Statements sind nachzulesen unter
http://www.olivia-vieweg.de/PeterSingerFinal.pdf

Grüße von Ungewollten an die Giordano-Bruno-Stiftung - ISL e.V.

"Tötungsphilosoph"

Kontroverse um Ethik-Preis an Singer

Peter Singer (Bild: Wikipedia/Joel Travis Sage)
Vergrößern
Peter Singer
Der umstrittene Philosoph Peter Singer soll in der Deutschen Nationalbibliothek geehrt werden. Für den Behindertenbeauftragten der Regierung, Hubert Hüppe, ein Skandal. Er nennt Singer einen "Tötungsphilosphen", die Nationalbibliothek müsse die Ehrhung verhindern.
 
Die Giordano-Bruno-Stiftung will in den Räumlichkeiten der Bibliothek in Frankfurt einen neu ins Leben gerufenen Ethik-Preis an den australischen Philosophen Peter Singer verleihen. Hubert Hüppe forderte die Leiterin der Nationalbibliothek, Elisabeth Niggemann, dazu auf, die Verleihung zu verhindern. Für deren Sprecher Stephan Jockel gibt es wiederum weder "Anlass noch Handhabe", den Vertrag mit der Stiftung zu lösen, sagte er am Freitag.

In einem Schreiben an Niggemann hatte Hüppe die Nationalbibliothek am Mittwoch heftig kritisiert: Singer knüpfe die Würde des Menschen an dessen Nützlichkeit und stelle das Lebensrecht von Menschen mit Behinderungen in Frage. "Eine Preisverleihung an Peter Singer in der Deutschen Nationalbibliothek trägt dazu bei, ein Gedankengut salonfähig zu machen, das seit den Gräueltaten der Nationalsozialisten an Menschen mit Behinderungen und psychischen Erkrankungen nie wieder Raum greifen sollte", so Hüppe.
 

Euthanasie an schwerstbehinderten Babys

Peter Singers Thesen sind äußerst umstritten. Im Sinne der Utilitaristen ist für ihn das Ziel jeden Lebens, das höchst mögliche Glück zu erlangen. Dabei sei es irrelevant, ob eine Spezies der Gattung Mensch angehöre. Entscheidend sind für Singer dabei Eigenschaften wie Schmerzempfinden und vor allem Selbstbewusstsein. Das könne bei schwerstbehinderten Menschen fehlen, müsse aber manchen Tieren, zum Beispiel Menschenaffen, zugesprochen werden.

Folglich argumentiert Singer, Eltern und Ärzte sollten unter strengen Auflagen über das Weiterleben eines Säuglings entscheiden können, der mit einer starken Behinderung zur Welt gekommen ist. Dafür wird er seit Jahren von Behindertenverbänden gerade in Deutschland heftig kritisiert, die immer wieder an die deutsche NS-Vergangenheit erinnern. 
 www.hr-online.de

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...