2011-06-02

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Pflegemängel: Aufsicht stoppt weitere Aufnahmen

Zwei Pflegekräfte für 130 Bewohner zuständig

Wegen schwerer Pflege-Mängel hat die städtische Heimaufsicht in Augsburg einem Pflegeheim die Aufnahme weiterer Bewohner verboten. So seien etwa Verbände von Magensonden oder Blasenkatheter mehrere Wochen lang nicht gewechselt worden - wegen Personalmangels, wie der Leiter der Gesundheitsamts, Ulrich Storr, am Montag berichtete. In dem Heim hätten sich zwei bis drei Fachkräfte um gut 130 Bewohner kümmern müssen. Nun würden Gespräche mit dem Betreiber geführt, der insgesamt 19 Heime bundesweit hat.
"Wir hoffen, dass er Maßnahmen ergreift, um die Pflege sicherzustellen, und zwar auf Dauer." Eine Schließung wäre das allerletzte Mittel. Das Heim war zuvor bei mehreren Kontrollen aufgefallen. Bereits bei einem unangemeldeten Besuch der Behörden im April seien zu wenig Fachkräfte vor Ort gewesen; es habe Beschwerden über den Personalnotstand gegeben. Vor zwei Wochen sei wieder nicht ausreichend Personal im Einsatz gewesen; die Heimleitung habe daraufhin erklärt, freiwillig keine weiteren Bewohner aufzunehmen. Da sich aber die Lage offensichtlich nicht besserte, hätten sich Mitarbeiter vergangene Woche an den Medizinischen Dienst gewandt.
Dieser nahm das Heim am vergangenen Freitag erneut unter die Lupe und bescheinigte schwere Mängel bei der Pflege und bei der psychosozialen Betreuung der Bewohner. Beim Durchgehen habe das Prüfteam etwa beobachtet, wie sich zwei Demenzkranke gegenseitig fütterten. "Das geht natürlich nicht", sagte Storr. Die Menschen könnten sich dabei unter anderem verletzen. Die Vernachlässigung etwa beim Wechseln der Verbände habe bei den Bewohnern zumindest nicht zu gesundheitlichen Problemen geführt.

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