BILDUNG: All inclusive
Eine Schule für alle: In Birkenwerder kommt man dem Inklusionsgedanken schon sehr nahe
BIRKENWERDER - Klassenleiterin Sybille Wieland diktiert die Aufgaben ins Heft. Wie viel sind 75 Prozent von 120 Euro? Was ist ein Term? Die Schüler der 7b schreiben mit, dann schnellen die ersten Zeigefinger in die Höhe. Eigentlich eine ganz normale Mathestunde. Dass in der Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder (Oberhavel) einiges anders ist, merkt man erst auf den zweiten Blick.
Neben Sybille Wieland sind zwei weitere Erwachsene im Klassenzimmer. An einer der vorderen Tischgruppen blättert eine Betreuerin für einen Schüler die Buchseiten um. Eine pädagogische Hilfskraft schaut einem Mädchen bei den Aufgaben über die Schulter, gibt leise Tipps. Denn von den 22 Schülern der 7b haben vier einen sonderpädagogischen Förderbedarf. Zwei Kinder der Klasse sind körperbehindert, ein Schüler hat eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), ein Mädchen zeigt Defizite bei der emotionalen Entwicklung. Jede Klasse der integrativen Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe arbeitet nach diesem Konzept: Behinderte und nichtbehinderte Kinder lernen gemeinsam.
In Birkenwerder ist man damit schon dort, wo Brandenburg flächendeckend hin möchte. Inklusion heißt das Zauberwort, mit dem Bildungsministerin Martina Münch (SPD) das Ende der Förderschulen einläuten und den Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht werden will. Ab 2019 soll jedes Kind im Land unabhängig von seinen Voraussetzungen eine wohnortnahe Regelschule besuchen können. Von den 16 000 förderbedürftigen Schülern in Brandenburg sitzen derzeit knapp 39 Prozent im gemeinsamen Unterricht. Im deutschlandweiten Vergleich liegt Brandenburg damit gar nicht so schlecht. Dennoch endet auch in der Mark inklusive Bildung meist nach der Kita, spätestens nach der Grundschule.All inclusive - Eine Schule für alle: In Birkenwerder kommt man dem Inklusionsgedanken schon sehr nahe - Märkische Allgemeine - Nachrichten für das Land Brandenburg
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