HaßlochBehinderte werfen Holiday-Park Diskriminierung vor
Mehrere Einrichtungen für behinderte Menschen haben dem Holiday-Park in Haßloch Diskriminierung vorgeworfen. Park-Mitarbeiter hätten im Mai während der Rosa Wochen, einer Sonderaktion für Behinderte, mehreren behinderten Menschen den Zutritt zu Fahrgeschäften verweigert, so der Vorwurf.
Rund 70 Schüler der Paul-Moor-Schule in Landau waren nach Angaben der Schulleitung während der Aktion im Holiday-Park. Einige seien nach stundenlangem Anstehen etwa an der Riesenachterbahn vom Personal abgewiesen worden, weil sie angeblich zu behindert seien. Andere Schulkameraden hätten mitfahren dürften. Der ehemalige Holiday-Park-Betreiber überließ diese Entscheidung den Betreuern oder den behinderten Erwachsenen selbst, so der Leiter der Lebenshilfe Ludwigshafen. Die Lebenshilfe habe sich wegen Diskriminierung bei der Landesregierung beschwert. Ein Sprecher des Holiday-Parks erklärte das Vorgehen mit Sicherheitsvorschriften des TÜV und der Hersteller. Danach seien acht Fahrgeschäfte für behinderte Menschen verboten.
Haßloch: Behinderte werfen Holiday-Park Diskriminierung vor - Nachrichten :: Rheinland-Pfalz | SWR.de
"Art. 30 der UN-Behindertenrechtskonvention, die in Deutschland 2009 in Kraft getreten
ist, sieht insbesondere in Abs. 5, Buchst. c)-e), den gleichberechtigten Zugang von
Menschen mit Behinderungen zu Einrichtungen im Tourismus-, Erholungs- und
Sportbereich sowie geeignete Maßnahmen der Vertragsstaaten vor.
Gemäß § 4 des Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) sind gestaltete
Lebensbereiche barrierefrei, wenn sie für „behinderte Menschen in der allgemein
üblichen Weise ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe
zugänglich und nutzbar sind.“
Es muss nicht besonders betont werden, dass wir von diesem Zustand noch meilenweit
entfernt sind. Dies gilt auch insbesondere mit Blick auf Freizeiteinrichtungen.
Bei Freizeitparks kommt hinzu, dass keine Daten über ihre Nutzbarkeit für
Besucher/Besucherinnen mit verschiedenen Mobilitätseinschränkungen vorhanden
sind. (...)"
N a t i o n a l e K o o r d i n a t i o n s s t e l l e
T o u r i s m u s f ü r A l l e e . V . N a t K o
Stellungnahme für die öffentliche Anhörung des Tourismusausschusses desDeutschen Bundestages über Freizeitparks am 08.06.2011 (pdf)
www.natko.de/
In Folge des Demografischen Wandels in unserer Gesellschaft spielt die Umsetzung der Forderungen der UN-Behindertenrechtskonvention in Freizeitparks auch eine immer wichtigere Rolle. Um die Impulse von Freizeitparks fuer die Regionalentwicklung besser bewerten zu koennen, muessen weitere Untersuchungen im Rahmen einer vom Bundeswirtschaftministerium in Auftrag zu gebenden Studie aufgestellt werden.
Freizeitparks foerdern Regionalentwicklung
pressrelations.de
DIe TÜV-Bestimmungen auf die sich hier bezogen wird, sinda anscheinend nicht öffentlich. Weder finden sich diese auf der Homepage des Holiday-Parks, noch beim TÜV-Süd. Zwei Anfragen von mir an den TÜV-Süd endeten einerseits in einem Standard-Textbaustein (und dann nichts mehr) und andererseits in einer Nachfrage nach meiner Telefonnummer (und dann nichts mehr).
AntwortenLöschenSo oder so scheint die TÜV-Argumentation des Holiday-Parks vorgeschoben, da es wohl keine neue TÜV-Bestimmungen gab, die zeitgleich mit einen Betreiberwechsel geändert wurden. Weiterhin gehen andere Freizeit-Parks mit der Situation in ganz anderer Weise um.
F.Erz