60 Jahre DBS: "Stolz auf unsere Geschichte"
Als Stätte der Integration feiert der Deutsche Behindertensportverband 60. Geburtstag. Der Weg zur Gleichstellung ist noch lang.
Berlin - Rauschende Gala mit zahlreichen Ehrengästen und kritische Aufarbeitung der Entstehungsgeschichte:
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) feiert am Freitag in Berlin seinen 60. Geburtstag.
Die lange Liste der Gratulanten führen Bundespräsident Christian Wulff und DOSB-Chef Thomas Bach an, doch die Prominenz wird nicht nur mit heiler Welt konfrontiert.
Mitleid wollen die Behindertensportler nicht, sie blicken kritisch zurück auf den Weg vom Kriegsversehrten- zum Breiten- und Leistungssport und sehen ihren Weg bin hin zur Gleichstellung in der Gesellschaft noch lange nicht als beendet an.
Präsident Beuchler blickt mit Stolz zurück
Man habe gute Gründe, "stolz auf unsere Geschichte und auf das Erreichte zu sein", sagte Friedhelm Julius Beucher, seit 2009 der erst neunte Präsident der Verbandsgeschichte.
Man werde aber die "Anstrengungen verstärken müssen, um unseren Anspruch auf Gleichbehandlung überall durchzusetzen".
Nach wie vor bedenklich seien "die Zustände in vielen öffentlichen Turnhallen und Sportstätten, denen immer noch barrierefreie Zugänge fehlen. Kommunen, Länder und Bund müssen schleunigst mehr tun, um Menschen mit Handicaps nicht auszusperren und auszuschließen." (...)
Kriegsversehrte als Gründungs-Antrieb
Ein ganz schön komplexes Feld für einen Verband, der zunächst nur aus einem Antrieb gegründet worden war:
Den Kriegsversehrten eine Aufgabe zu stellen und ihnen den Weg zurück in ein relativ normales Leben zu ermöglichen.
Doch selbst der Weg hin zum "Ausgleichssport" hatte einen makabren Beigeschmack.
Beuchers Vorgänger als Präsident, der ehemalige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Karl Hermann Haack, hatte per Präsidiumsbeschluss eine Studie zur Entwicklung in Auftrag gegeben, die der Sporthistoriker Bernd Wedemeyer-Kolwe vergangene Woche vorstellte.
Sein beeindruckendes 300 Seiten starkes Buch ist teilweise schwere Kost.
Das Reichsversehrtensportabzeichen 1942 sei beispielsweise eingeführt worden, damit die Verwundeten für den Arbeits- und Kriegseinsatz schnell wiederhergestellt wurden.
Das Reichsversehrtensportabzeichen 1942 sei beispielsweise eingeführt worden, damit die Verwundeten für den Arbeits- und Kriegseinsatz schnell wiederhergestellt wurden.
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