„So geht es nicht weiter”
Rubrik: Lokales
Ratzeburg (te). Mit einem heftigen Wortwechsel endete am Dienstag die Bürgerfragestunde im Sozialausschuss des Kreises. Angelika Mincke vom Verein Aktiv Barrierefrei Selbstbestimmt Leben sowie der Aids und Behinderten Selbsthilfe hatte versucht, die Fragestunde zu Beginn der Sitzung zu nutzen für ihre umfangreiche Kritik am Umgang der Behörden gegenüber Menschen mit Behinderungen, älteren sowie kranken Mitbürgern. Mit dem Hinweis, dass dies weit über das zeitliche Maß einer Bürgerfrage hinausgehen würde, stoppte Ausschussvorsitzende Monika Brieger (SPD) energisch die geplanten Ausführungen. „Stellen Sie eine schriftliche Anfrage”, gab sie Mincke einen Rat. Dann könnte das Anliegen bei einer nächsten Ausschusssitzung zur Sprache kommen.
„Es sind haltlose Zustände”, sagte Angelika Mincke im Anschluss an die vorzeitig beendete Bürgerfragestunde im Gespräch mit dem MARKT. Die Liste ihrer Kritik an den Grundsicherungsämtern und der Eingliederungshilfe ist lang. Eindringlich bemängelt sie zu lange Bearbeitungszeiten. „Bei Urlaub, Krankheit und Fortbildung kommt es immer häufiger vor, dass Anträge Wochen und Monate lang unbearbeitet herumliegen”, sagte die Giesensdorferin. Leider werde nicht erkannt, so ihre Überzeugung, dass jeder Antrag wichtig sei, da es hier um die Versorgung von Menschen mit Behinderung, kranken und alten Menschen gehe. „Zu uns kommen die Leute und wir helfen bei Anträgen und Widersprüchen. Viele Menschen sind damit überfordert”, sagte sie über die Arbeit des Vereins Aktiv Barrierefrei Selbstbestimmt Leben .
Zu Minckes weiteren Kritikpunkten gehören unter anderem Mängel beim Datenschutz, unzureichende Beratung, häufige Unkenntnis zu den beantragten Sachverhalten und Unfreundlichkeit. Den einzelnen Mitarbeitern der Verwaltung will Angelika Mincke jedoch keinen Vorwurf machen. Einen Teil der Probleme meint sie zu erkennen in personeller Unterbesetzung und häufigem Wechsel der Zuständigkeiten. Trotzdem: „So geht es nicht weiter”, sagte Mincke, befürchtet aber, dass ihre Anliegen „auf die lange Bank geschoben” werden. Jetzt will sie ihre Kritik schriftlich einreichen, in der Hoffnung, bald im Sozialausschuss Gehör zu finden.
„So geht es nicht weiter”
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