2011-09-09

Modelle zur Integration Behinderter an Regelschulen: N-Land.de - das Nürnberger Land auf einen Blick

09.09.11 15:35 Uhr

Modelle zur Integration Behinderter an Regelschulen

NÜRNBERGER LAND – Das Thema Inklusion, also dass künftig Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam in der Regelschule unterrichtet werden, gewinnt im Nürnberger Land an Bedeutung. In der aktuellen Übergangsphase gibt es drei Modelle im Landkreis, informierte das Schulamt im traditionellen Pressegespräch vor Schuljahresbeginn.
Die Grundschule Lauf-Heuchling ist mit Start des Schuljahres eine „Schule mit dem Schulprofil Inklusion“. Hier werden auch Kinder mit Einschränkungen in Regelklassen unterrichtet. Dazu ist eine Lehrkraft der Lebenshilfe in Schönberg mit 13 Stunden an die Grundschule Heuchling abgeordnet. Weitere zehn Lehrerstunden einer Grundschullehrkraft stehen zusätzlich zur besonderen Förderung zur Verfügung. Die Heuchlinger ist eine von 41 bayerischen Schulen (sechs in Mittelfranken) mit diesem Profil.
An der Grundschule Lauf II (Bertleinschule) wird eine Kooperationsklasse eingerichtet. Es handelt sich um eine Regelklasse, in der bis zu fünf Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf gemeinsam mit anderen Kindern unterrichtet werden. Die Klasse wird durch den „mobilen sonderpädagogischen Dienst“ (MSD) des Förderzentrums Lauf unterstützt.
In Diepersdorf wird die im vergangenen Schuljahr eingerichtete Partnerklasse (früher „Außen-klasse“) fortgeführt. Eine Klasse der Lebenshilfe Schönberg wird an der Grundschule unterrichtet und arbeitet eng mit einer Regelklasse zusammen.
Das Schulamt Nürnberger Land unterstützt mit Beratung und Fortbildung. Es stößt bei der Inklusion durchaus auf Interesse der Lehrkräfte. „Bei einem Informationsabend im März waren von 38 Schulen 16 vertreten“, berichtete Schulrat Gerald Klenk. „Die Schulleitungen wissen, dass das ein Zukunftsthema ist.“
Ab Oktober gibt es einen Arbeitskreis hierzu. Außerdem beteiligt man sich am EU-Projekt „Comenius-Regio“ aus dem Programm „Lebenslanges Lernen“. Mit Regio-Partnerschaften fördert die Europäische Union die europäische Zusammenarbeit im schulischen Bereich auf der Ebene von Regionen und Gemeinden. Dabei können regionale Netzwerke von Schulbehörden, Verwaltungen, Einrichtungen der Lehreraus- und Fortbildung, Schulen und weiteren Institutionen Partnerschaften mit entsprechenden Einrichtungen in anderen europäischen Regionen eingehen. Der Schulamtsbezirk Nürnberger Land plant eine Regio-Partnerschaft mit dem Bezirk Reutte (Tirol) mit dem inhaltlichen Schwerpunkt „Umsetzung der Behindertenrechtskonvention – inklusive Schule“. In Österreich gibt es keine Förderschulen mehr. Daher ist man im Nürnberger Land daran interessiert, wie dort behinderte und nicht-behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden. Erste Kontakte zur Antragstellung sind bereits geknüpft. Das Projekt soll offiziell im Sommer 2012 starten.
Die Eltern von Kinder mit Handicap sind beim Thema Inklusion eher zweigeteilt, weiß Klenk. „Die einen sehen ihren Nachwuchs in Förderschulen gut aufgenommen und nutzen die dortigen zusätzlichen Einrichtungen. Andere wollen ihr Kind unbedingt in einer Regelklasse integriert sehen.“
Grundsätzlich sei es immer eine individuelle Entscheidung, abhängig von der jeweiligen Behinderung. Der Sachaufwandsträger (zumeist Kommunen oder Landkreis) muss bereit sein, eventuell erforderliche bauliche Veränderungen zu finanzieren, zum Beispiel den Einbau eines Treppenlifts. „Eine weitere Einschränkung ist, dass andere Kinder in ihrer Entwicklung nicht gehemmt werden dürfen“, informierte der Schulrat.
Wirtschaftsschule neu

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