2011-09-02

Handicap International: Kämpfe um Tripolis - Handicap International bereitet sich auf erweiterten Einsatz vor

Handicap International bereitet sich auf einen Einsatz in den umkämpften Gebieten vor

Handicap International ist seit mehreren Monaten in Libyen aktiv und klärt über die Gefahren auf, die von Minen und anderen nicht explodierten Kriegsresten ausgehen. Die Organisation bereitet sich darauf vor, den Einsatz auf jene Gebiete auszudehnen, die von den jüngsten Auseinandersetzungen besonders betroffen sind.

Ein nicht erkennbarer Kriegsrest liegt im Sand, gesichert von Seilen und Warnschildern
Damit sie wiedergefunden werden und entschärft werden können, müssen explosive Kriegsüberreste markiert werden. © Handicap International
Seit mehreren Tagen dauern die Kämpfe zwischen den Streitkräften Muammar Gaddafis und den Aufständischen um die Vorherrschaft in der Hauptstadt Tripolis an. Handicap International ist dazu in der Lage, sehr schnell ein Team in die betroffenen Gebiete zu entsenden. Denn das Ende von Kampfhandlungen bedeutet nicht, dass alle Gefahr für die Zivilbevölkerung gebannt ist. So ist es sehr wahrscheinlich, dass im umkämpften Stadtgebiet explosive Kriegsreste gefunden werden (z.B. Artilleriegranaten, Granatwerfer, Raketen, Fernlenkgeschosse, Bodenminen, nicht explodierte Granaten), die für die Bevölkerung eine tödliche Gefahr darstellen. Die Organisation möchte die Risiken auswerten, denen sich die betroffene Bevölkerung gegenübersieht und, falls nötig, Präventionsmaßnahmen anbieten.

Einige Wochen nach dem Beginn der Unruhen in Libyen war bereits ein Team von Handicap International vor Ort, um eine Untersuchung der betroffenen Landesteile auf explosive Kriegsreste und die davon ausgehenden Gefahren durchzuführen. Die Untersuchung von Handicap International bestätigte die Vermutung, dass die explosiven Kriegsreste eine immense Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Umfangreiche Räumungsarbeiten werden nach dem Ende der Auseinandersetzungen nötig sein. Um möglichst viele Unfälle zu vermeiden und Leben zu retten, hat die Organisation in der Zwischenzeit Informations-Aktionen und Veranstaltungen zur Minenaufklärung für die betroffenen Menschen ins Leben gerufen.

Eine große Reklametafel neben einer Straße mit warnenden Bildern zu Minen und explosiven Überresten
Unsere Reklametafeln mit Warnungen hängen direkt an großen Straßen © Handicap International
Handicap International sensibilisiert die Bevölkerung, vor allem die Kinder, für die Gefahren von Minen und explosiven Kriegsresten. In Benghazi bieten die Mitarbeiter von Handicap International Kurse an, um den Menschen die richtigen Verhaltensweisen gegenüber Minen und explosiven Kriegsresten nahe zu bringen: Sich nicht nähern, das Objekt nicht berühren, die Gefahrenzone markieren, die Teams von Handicap International und die lokalen Behörden informieren. Eine weitere Zielgruppe für diese Aktionen sind im Moment auch Beschäftigte von Privatfirmen, lokalen Behörden und anderen Hilfsorganisationen.

Seit dem 23. Juni führt Handicap International die Sensibilisierungs-Aktivitäten auch in Ajdabiya durch. Die Organisation hat so genannte „Scouts“, Pfadfinder, ausgebildet, die Materialien zur Minenaufklärung nach Misratah bringen, eine der besonders schwer getroffenen Regionen.

Übrigens: Der Übergangs-Nationalrat in Libyen hat in einer Presseerklärung vom 27. April 2011 erklärt, keine Bodenminen (Anti-Personen- und Anti-Fahrzeug-Minen) mehr einzusetzen und den Bestand zu vernichten. Der Nationalrat hat ebenfalls Bereitschaft geäußert, sich an Entminungs- und Minenaufklärungs-Aktivitäten zu beteiligen und sich um Opferhilfe zu kümmern.

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