„Förderschule ist teuer, aber erfolglos“
Die Förderschulen in Sachsen geraten immer mehr in die Kritik. Sie seien zu „Restschulen“ verkommen, die ihren Aufgaben nicht gerecht würden und zudem besonders teuer seien, kritisierte
gestern die sozialpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Elke Herrmann.
Vor Kurzem hatte bereits die Bertelsmann-Stiftung festgestellt, dass 11,8 Prozent eines gesamten Altersjahrgangs in Sachsen die Schule ohne Abschluss verlassen, der große Anteil davon Förderschüler. Das ist der drittschlechteste Wert im bundesweiten Vergleich und angesichts des geringen Migrantenanteils besonders auffällig. Andererseits haben die allgemeinbildenden Schulen in Sachsen in den Pisa-Tests erfolgreich abgeschnitten.
Förderschüler sind zum überwiegenden Teil männlich, und sie leiden überwiegend an Lernschwächen oder Sprachschwierigkeiten. Nur sieben Prozent werden wegen einer klassischen Körper-, Seh- und Hörbehinderung auf eine Förderschule überwiesen.
Endstation Restschule.
Perspektive: 85 Prozent bleiben ohne Abschluss und haben damit nur eine geringe Chance auf eine Lehrstelle oder einen Arbeitsplatz. Nur 1,6 Prozent schaffen den Wechsel auf eine Grund- oder Mittelschule oder ein Gymnasium. Diese Zahlen sind das Ergebnis einer Großen Anfrage der Grünen an die Landesregierung. „Die eigentliche Aufgabe der Förderschule, als ein Durchgangssystem auf die reguläre Schule vorzubereiten, wird damit nicht erfüllt“, sagte Herrmann.
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