Wählergemeinschaft wettert gegen Behinderte
Mancher in der kleinen Harzgemeinde Bad Grund (Landkreis Osterode) fühlt sich unvermittelt an die finstersten Zeiten der deutschen Vergangenheit erinnert. Der Grund ist ein Flugblatt, das die Freie Wählergemeinschaft (FWG) zur Kommunalwahl herausgegeben hat. Darin verlangt die FWG: "Keinen weiteren Ausbau der Bergstadt als Ort für Heimbewohner mit körperlich und seelisch behinderten Menschen" (Fehler im Original). Ein Satz, den Bürgermeister Manfred von Daak (SPD) "entsetzlich" findet: "Solch eine Äußerung widerspricht allen christlichen und humanitären Grundsätzen." Von Daak steht mit seiner Ansicht nicht allein. In der lokalen Zeitung, dem "Harzkurier", spricht man von einer "Welle der Empörung", die die Region erfasst habe. "So viele Leserbriefe haben wir selten zuvor zu einem Thema bekommen", sagt Redakteurin Natalie Bornemann. Fast alle gehen mit dem Flugblatt der FWG scharf ins Gericht.
FWG-Chef spricht von "Tabuthema"
Verantwortlich für das Flugblatt ist der FWG-Chef Jürgen Knackstädt. Er spricht von einer "politischen Kampagne", die jetzt vor der Kommunalwahl gegen die FWG losgetreten worden sei. Man habe in der Stadt ein Tabuthema angesprochen und werde dafür jetzt kritisiert. Tatsächlich habe man nichts gegen "Behinderte oder psychisch kranke Menschen", wohl aber gegen weitere Einrichtungen für solche Patienten in der 2.300-Seelen Gemeinde. In Bad Grund gibt es neben einem Seniorenheim auch dezentrale Häuser für Behinderte, sowie Patienten mit Alkohol- und Suchtproblemen. Insgesamt werden 140 Heimplätze gezählt.Wählergemeinschaft ist für zentrale Unterbringung
Wählergemeinschaft wettert gegen Behinderte | NDR.de - Regional - Niedersachsen - Kommunalwahlen 2011
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen