Von Offenburg nach Berlin
Armut durch Pflege? Protestmarsch nach Berlin
Stefan Krastel kann nicht fassen, dass er durch die gesetzlich schlechter gestellte häusliche Pflege seiner Mutter verarmen musste. Deshalb geht er zur Fuß von Offenburg nach Berlin, um dort mit den Verantwortlichen zu sprechen.
OFFENBURG/BAD BLANKENBURG (Thüringen). Am Mittwoch hat die BZ den Offenburger Protestmarschierer Stefan Krastel auf der 23. Etappe seiner Wanderung von Offenburg nach Berlin, kurz vor Bad Blankenburg in Thüringen gesprochen. Er ging gerade am Ufer der Schwarza entlang und wollte am Abend Rudolstadt erreicht haben. Dort sollte es zum ersten Mal nach seinem Aufbruch von Offenburg am 11. August einen Ruhetag geben, um den Füße eine Auszeit zu gönnen und um zusammen mit seinem Unterstützerkreis wunden die Ankunft in Berlin zu planen.
Bekanntlich unternimmt der 41-jährige Friseurmeister seinen Marsch, um auf die – gesetzlich so verfügte – Schlechterstellung pflegender Angehöriger gegenüber der Heimpflege zu protestieren. Krastel pflegt seit zehn Jahren seine schwer kranke Mutter und hat dadurch alles verloren, sogar seine Altersabsicherung. Dass dies nach Recht und Gesetz möglich ist, obwohl er durch seine häusliche Pflege der Kasse mehrere Hunderttausend Euro erspart habe, will Krastel nicht auf sich beruhen lassen. Am Zielort seiner Reise, die Stefan Krastel gemeinsam mit Mischlingshund Till unternimmt, will er mit den Verantwortlichen in Berlin den Fall diskutieren.
Weiterhin ist der Wanderer, auf dessen T-Shirt-Brust der Spruch "Armut durch Pflege"über den Zweck seines Protestmarsches informiert, überwältigt vom Echo seines Unternehmens. "Höhepunkte der Reise sind die vielen großartigen Menschen, die ich treffe." Bis zu zwei Dutzend Gespräche ergeben sich pro Tag, aus denen Krastel viel Zuspruch für seine Mission mitnimmt: "Eigentlich sollten wir alle nach Berlin laufen, sagen mir viele Menschen."
Offenburg: Von Offenburg nach Berlin: Armut durch Pflege? Protestmarsch nach Berlin - badische-zeitung.de
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